Sonderveröffentlichung
Themenspecial Stadtmagazin Bensheim

55 Minuten Abenteuer

Bensheim ist um eine neue Freizeit-Einrichtung reicher: An der Robert- Bosch-Straße kann man im Funpark Bergstraße in verschiedenen „Escape Rooms“ Rätsel lösen oder bei Schwarzlicht Minigolf spielen.

Text: Michael Ränker 

Sie sind inhaftierten Superschurken wie dem „Riddler“ oder dem „Joker“ gewidmet, sie entführen in „Winterschloss“- Welten oder per „Spaceship“ in ferne Galaxien, sie kommen als „Grabkammer“ daher oder als „Temple of skull“ (Tempel des Totenschädels): 

Wo zuvor die ProxiVision GmbH, Spezialist für opto-elektronische Bauteile, ihren Sitz hatte, können sich seit April des vergangenen Jahres die Freunde spannender Abenteuerspiele – neudeutsch: Adventure Games – in sogenannten Escape Rooms tummeln. Dort müssen passend zum auserkorenen Szenario – Gefangenenbefreiung, Kampf gegen Untote oder Weltenrettung – knifflige Aufgaben in kürzester Zeit gelöst werden, um aus der Phantasiewelt die rettende Flucht ergreifen zu können.


"Knifflige Aufgaben müssen gelöst werden, um zum Beispiel aus der „Grabkammer“ zu entkommen."

Christian Collet und sein Kompagnon Karl-Heinz Stein, Geschäftsführer der Escape Fun GmbH, haben an der Robert-Bosch-Straße 34 in Bensheim mit dem Funpark Bergstraße eine Filiale ihres Unternehmens Escape Rooms Mannheim gegründet. Und damit im Westen des Bergsträßer Mittelzentrums neben Kletterhalle und Bowlingbahn eine weitere Freizeitattraktion etabliert, die sich nicht nur lokal, sondern ganz generell immer größerer Beliebtheit erfreut:

Seit der Gründung des ersten kommerziell betriebenen Escape-the-Room-Anbieters in Deutschland im Jahr 2013 in München gibt es nach Angaben des Fachverbands Live Escape & Adventure Games (LEAG) hierzulande mittlerweile 400 Betriebe, die mit 1000 Spielszenarien insgesamt rund 100 Millionen Euro Jahresumsatz machen.

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Escape Rooms Bensheim bietet zurzeit neun Räume an, in denen die wahlweise zwei bis acht Spieler exakt 55 Minuten Zeit haben, um der Lösung des jeweiligen Rätsels auf die Spur zu kommen. In der „Grabkammer“ beispielsweise, die für Einsteiger in die Welt der Adventure Games geeignet ist, sind die Teilnehmer als Touristen in Ägypten unterwegs: Eingesperrt in dem mit einem Fluch belegten „originalgetreuen“ Pharaonengrab geht es darum, „der ewigen Dunkelheit zu entkommen“.

Wem das noch nicht gruselig genug ist, der kann im Szenario „The Undead“ (Die Untoten) gegen Zombies antreten. Allerdings: Eintreten in diese Endzeitwelt im Stile der US-amerikanischen Horror-Serie „The Walking Dead“ (Die wandelnden Toten) dürfen nur volljährige Spieler. Mindestalter für alle anderen Räume ist 16 Jahre, spielt jedoch die gesamte Familie mit, dann dürfen auch jüngere Kinder teilnehmen.

Vorkenntnisse sind beim Eintauchen egal in welche der neun Welten übrigens nicht erforderlich. Die Aufgaben sind mit Geschick, Logik und gutem Teamwork für jeden lösbar. Und es gibt auch keine Kleiderordnung: Empfohlen werden jedoch bequeme Klamotten und Turnschuhe. Wer allerdings Platzangst hat oder wer sich unwohl in (scheinbar) verschlossenen Räumen fühlt, für den sind Escape Rooms aber vielleicht dann doch der falsche „Spielplatz“.

"Ultraviolettes Licht taucht die Minigolf-Bahnen in eine mystische Stimmung."

Egal für welches Szenario die Teilnehmer sich entscheiden: Alle Räume erfüllen dieselben – hohen – Sicherheitsstandards. Das Wichtigste in diesem Zusammenhang: Die Spieler sind nie eingesperrt, die Türen lassen sich jederzeit von innen öffnen. Zu Beginn dieses Jahres wurde bekanntermaßen bei einem Brand in einem Escape Room in Polen ein verschlossener Raum für fünf Mädchen zur tödlichen Falle. Christian Collet und seine Mitarbeiterin Astrid Will, die die Filiale Bensheim verantwortet, sind sich sicher: Zu solch einer Tragödie kann es in ihren Räumen nicht kommen.

Christian Collet, Geschäftsführer des Funparks Bergstraße in Bensheim, und Mitarbeiterin Astrid Will. | Bilder: Thomas Zelinger
Christian Collet, Geschäftsführer des Funparks Bergstraße in Bensheim, und Mitarbeiterin Astrid Will. 
| Bilder: Thomas Zelinger
Das geht auch aus einer Stellungnahme des Fachverbands LEAG hervor: Grundsätzlich ist jede Escape-Game-Betriebsstätte in Deutschland genehmigungspflichtig. Bei der Abnahme werden insbesondere die Brandschutzkriterien überprüft und Nachweise eingefordert. Dabei ist unter anderem sicherzustellen, dass Escape Rooms zu jeder Zeit von den Spielern selbstständig verlassen werden können.

Nicht hinter verschlossenen Türen, sondern in Schwarzlicht getaucht, befindet sich eine weitere Attraktion des insgesamt rund 2000 Quadratmeter großen „Funparks Bergstraße“: Auf einer Fläche von 600 Quadratmetern haben die Unternehmer aus Mannheim einen Minigolfplatz der ganz besonderen Art errichtet: Auf den 18 Bahnen herrscht durch ultraviolettes Licht beleuchtet eine mystische Stimmung und die Motive aus beispielsweise Ritter- oder Drachenwelten erstrahlen fluoreszierend und bunt. Gespielt wird mit einer Ausrüstung, wie sie Freizeit-Minigolfer auch auf der Anlage des MSC Auerbach finden – nur dass auch Schläger und Bälle unter dem Einfluss des Schwarzlichtes leuchten.

BA-Praktikant Sebastian Heeb hat das Schwarzlicht-Minigolfen ausprobiert. | Bild: Thomas Zelinger
BA-Praktikant Sebastian Heeb hat das Schwarzlicht-Minigolfen ausprobiert. 
| Bild: Thomas Zelinger
Die Familie Rosan kommt 1974 ins Spiel. Der Vater von Milena, Ivano Rosan, der aus der Nähe von Venedig stammt, 1961 nach Deutschland kommt, in Darmstadt in einer Eisdiele arbeitet und wenig später seine große Liebe Erika heiratet, hat das Gebäude in der Innenstadt 1976 erworben. Zuvor aber hatte sich der umtriebige Geschäftsmann selbstständig gemacht und am Ritterplatz die erste Pizzeria in Bensheim eröffnet. Später zog „San Marco“ an den Griesel um. Das italienische Restaurant im „Präsenzhof“ ist übrigens an den Onkel von Milena Rosan-Daberkow, Menis Rosan, verpachtet.

Froh und dankbar ist das Inhaber-Ehepaar, dass etliche Bensheimer Firmen dem Präsenzhof seit Jahren die Treue halten – und das nicht nur während des Winzerfestes. An einen Gast erinnert sich Milena Rosan-Daberkow besonders gern: Mike Krüger, der im Restaurant von Autogrammjägern belagert wurde, floh in die Küche, um dort in aller Ruhe eine Partie Schach zu spielen. Auch Willy Millowitsch hat die Hotelfrau als angenehmen, unkomplizierten Zeitgenossen im Gedächtnis. Als feststand, dass für seinen Begleittross mit Kosmetikerin, Bühnentechniker etc. ein Zimmer zu wenig gebucht war, entschied der Volksschauspieler spontan, für eine Nacht mit Sohn Peter zusammenzuziehen. Und schon war das Problem gelöst.

E"in Ritter schwingt den Golfschläger, und Vögel bringen die Bälle."

Gruselfaktor inklusive: Einige „Escape Rooms“ im Funpark Bergstraße – wie hier der „Temple of Skull“ – sind für Zartbesaitete eher weniger geeignet. | Bild: Wuest
Gruselfaktor inklusive: Einige „Escape Rooms“ im Funpark Bergstraße – wie hier der „Temple of Skull“ – sind für Zartbesaitete eher weniger geeignet. | Bild: Wuest
Mit Hilfe sogenannter Chromadepth-Brillen kann der 3D-Effekt noch verstärkt werden. Wie lange man für eine Spielrunde benötigt, das hängt von der Anzahl und dem Können der einzelnen Spieler ab. Eine durchschnittliche Gruppengröße umfasst fünf bis sechs Personen, dann dauert ein Durchgang etwa 1,5 Stunden.

Die „Escape Rooms“ (hier „Spaceship“) widmen sich verschiedenen Themen – und sind allesamt sehr aufwändig ausgestattet. | Bild: Wuest
Die „Escape Rooms“ (hier „Spaceship“) widmen sich verschiedenen Themen – und sind allesamt sehr aufwändig ausgestattet. | Bild: Wuest
Die auch als „Glowgolf“ bezeichnete Anlage – eine aus Kanada beziehungsweise den Niederlanden stammende Freizeitaktivität – ist aufwendig ausgestattet: Gespielt wird auf dem von holländischen Experten verlegten Teppich zwischen allerlei lebensgroßen Figuren und vor handbemalten Kulissen. Eine Woche lang hat ein eigens aus Kanada eingeflogener Graffiti-Künstler die märchenhaften Motive auf die Wände der Anlage gesprüht. Und per Beamer-Projektion schwingt auch ein Ritter den Golfschläger – oder bringen Vögel die Bälle.

Kontakt & Infos

Funpark Bergstraße
Robert-Bosch-Straße 34
Telefon 06251/7078545
E-Mail: info@funpark-bergstrasse.de

www.funpark-bergstrasse.de
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