Sonderveröffentlichung
Themenspecial Stadtmagazin Bensheim

Alles auf Anfang

Neustart in vertrauten Gefilden: Die gebürtige Bensheimerin Tina Weber ist mit Mann Dennis und den drei Kindern von Schwaben an die Bergstraße zurückgekehrt. Das Einleben hat nicht lange gedauert.

Text: Gerlinde Scharf  

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Und das ist meistens auch gut so. Tina und Dennis Weber jedenfalls sind mit ihrem Neustart in Bensheim mehr als zufrieden – auch wenn der ursprünglich so nicht geplant war. 

Die gebürtige Bensheimerin (geborene Reichardt), die 1998 am AKG ihr Abitur gemacht und anschließend in Mannheim BWL studiert hat, und der Rheinländer hatten sich nach mehreren Umzügen in ihrer Wahlheimat Eningen am Fuß der Schwäbischen Alb ein Häuschen gekauft und sich „dort mit unserer Familie sehr wohl gefühlt. Wir haben Wurzeln geschlagen und wollten mit unseren drei Kindern Dana, Marietta und Joshua, sieben, fünf und drei Jahre alt, für immer bleiben.“ Zum Arbeitsplatz an die Hochschule Reutlingen war es ein Katzensprung. 

Ein lukratives Job-Angebot aus Frankfurt an den studierten Betriebswirt stellte die Lebensplanung der Webers auf den Kopf. Eine Fernbeziehung kam für das sympathische Paar auf Dauer nicht in Frage. Also ging man auf Wohnungssuche „zwischen Mannheim und der Bergstraße“. Dass die Wahl auf Bensheim fiel, ist alles andere als ein Zufall. Hier wohnen die Eltern von Tina Weber, die überglücklich sind, endlich ihre Tochter, ihren Schwiegersohn und die Enkel in ihrer Nähe zu haben – und „Bensheim passt zu unserem Lebensstil“, wie das Paar versichert. „Die treibende Kraft aber war mein Mann“, verrät die 40-Jährige lachend.

„Bensheim ist eine liebens- und lebenswerte Stadt“,

sagen die Webers.

„Die Weinkultur hier hat mir schon immer sehr gut gefallen, und vor allem sind die Hessen viel offener als beispielsweise die Schwaben und Franken“, lässt Dennis Weber keine Zweifel daran, dass er auf dem besten Weg ist, ein echter Bensemer zu werden. So wie seine Ehefrau, die hier aufgewachsen ist, sich der SSG nach wie vor verbunden fühlt und sich freut, alte Freunde und Bekannte wiederzutreffen.

Schon vor ihrem Umzug wenige Tage vor Weihnachten 2018 („Wir sind mit 205 Kisten in Bensheim angekommen“) waren die Webers oft bei der Verwandtschaft zu Besuch und haben dort übernachtet. Tina und Dennis Weber sind begeisterte Läufer und haben mehrmals bei Jog & Rock teilgenommen, sie haben auf dem Winzerfest gefeiert und sich mit den Kindern den Festzug angesehen. Die fünfjährige Marietta wird demnächst übrigens in die Fußstapfen ihrer Mutter treten und ihre ersten Tanzschritte im Ballettstudio einstudieren. Joshua ist begeisterter Fußballer und sucht einen Verein.

Die Lieblings-Joggingstrecke der Webers führt über den Kirchberg – von dort genießen sie regelmäßig den Blick auf die Stadt. | Bild: Thomas Neu
Die Lieblings-Joggingstrecke der Webers führt über den Kirchberg – von dort genießen sie regelmäßig den Blick auf die Stadt. | Bild: Thomas Neu
„Bensheim ist eine liebens- und lebenswerte Stadt“, sagt die Heimkehrerin und ist obendrein heilfroh, dass Dana, Marietta und Joshua in Schule und Kita gut aufgenommen wurden. „Ich habe auch schon eine Freundin“, verrät die Siebenjährige, die in die zweite Klasse der Kirchbergschule geht. Die zwei Jüngsten besuchen die städtische Kita in der Gartenstraße. „Wir haben viel Glück gehabt“, kommentieren Tina und Dennis Weber den reibungslos verlaufenen Neustart, „auch wenn die beiden Großen natürlich ihre Freunde vermissen. Joshua hat am wenigsten gefremdelt.“

Dass die gute Infrastruktur den Webers entgegenkommt, ist ein weiterer Pluspunkt. Tina Weber arbeitet nach wie vor Teilzeit in Reutlingen und fährt ein bis zweimal in der Woche an die Hochschule. Oma und Opa Reichardt holen derweil die Enkel von der Schülerbetreuung und der Kita ab. Auch wenn die Neu-Bensheimer sonntags auf ihrer Lieblingsstrecke über den Kirchberg und das Fürstenlager joggen „und die tolle Aussicht auf die Starkenburg und die Stadt mit der Sankt-Georgskirche genießen“, sind die Großeltern bei dem Dreiergespann.

„Kürzlich habe ich meinen alten Mathelehrer getroffen, und er hat mich sogar wiedererkannt“, staunt Tina Weber. Dass die fünfköpfige Familie den Traum vom Eigenheim in Bensheim bislang nicht verwirklichen konnte, ist lediglich ein kleiner Wermutstropfen: „Wir haben ein schönes Mietshaus gefunden, in dem wir uns sehr wohl fühlen. Was nicht ist, kann ja noch werden.“

Die Frage nach dem Kennenlernen sorgt bei Tina und Dennis Weber für Heiterkeit: „Wir sind quasi von einem befreundeten Pärchen auf der Schneckenhofparty der Uni Mannheim verkuppelt worden.“ Geheiratet wurde standesamtlich in Neuseeland, 2006 dann offiziell in Deutschland.

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