Sonderveröffentlichung
Themenspecial Attraktive Arbeitgeber im Kreis Bergstrasse

Als Arbeitgeber eine Marke werden

Die Älteren werden sich noch erinnern. Vor etwa 30 Jahren war es alles andere als leicht einen Ausbildungsplatz oder nach dem Studium einen ersten festen Arbeitsplatz zu bekommen. Auf eine Stelle kamen nicht selten Dutzende oder gar Hunderte Bewerber. Die Unternehmen konnten sich aussuchen, wen sie einstellen. Gleiches galt für die Suche nach Fachkräften, auch hier bot der Arbeitsmarkt ein großes Reservoir.

EDITORIAL

Heute ist es genau anders herum. Die Unternehmen müssen sich um ihren Nachwuchs und Fachkräfte bemühen. Und das Problem verschärft sich noch. Denn wenn die geburtenstarken Jahrgänge aus den 1960er Jahren demnächst in Rente gehen, klafft bei vielen Firmen ein großes Loch in der Belegschaft, das nicht so einfach zu stopfen sein wird. Denn die Zahl der Bewerber ist kleiner geworden. Und so müssen sich Unternehmen einiges einfallen lassen, um auch in Zukunft eine kompetente Belegschaft zu haben, mit der sich Marktpositionen und Wettbewerbsvorteile halten beziehungsweise ausbauen lassen.

Neben den klassischen Instrumenten der Mitarbeitersuche, macht ein neues Schlagwort die Runde: „Employer Branding“, das heißt das Unternehmen muss als Arbeitgeber eine Marke werden. Bisher war das nur bei Produkten der Fall. Ein gutes Beispiel aus der Region: Langnese ist die Eis-Marke, das Unternehmen Unilever der Hersteller in Heppenheim. „Employer Branding“ heißt nun für Unilever als attraktiver Arbeitgeber die gleiche Markenbekanntheit und -beliebtheit zu erringen wie Langnese-Eis. Das Beispiel gilt nicht nur für Konzerne. Auch der kleine Handwerksbetrieb kann sich über Qualitätsversprechen seiner Dienstleistungen, ein familiäres Unternehmensklima und einen Arbeitsplatz nahe am Wohnort und flexiblen Arbeitszeiten als Marke präsentieren. Ebenso übertragbar ist das auf mittelständische Unternehmen.

Aber was macht attraktiv? Ist es ein Arbeitgeber, der eine gesellschaftlich relevante Tätigkeit bietet oder Produkte herstellt, die für Menschen Nutzen schaffen? Einer, der seinen Mitarbeitern vergleichsweise hohe Gehälter zahlt und im Idealfall noch eine Betriebsrente drauflegen kann? Oder sind es eher flexible Arbeitszeiten, eine gute WorkLife-Balance und individuelle Entfaltungsmöglichkeiten für den Arbeitnehmer? Sind es kostenfreie öffentliche Verkehrsmittel, Essensgeldzuschüsse und gute Sozialleistungen? Ist es eine klare Zukunftsperspektive für junge Menschen? Oder sind für die Jüngeren doch eher die Anzahl der „Likes“ auf Facebook- und Instagram oder die Image-Videos auf Youtube interessant?

Es gibt zahlreiche Schlüsselkriterien, auf die Bewerber und Wechselwillige achten und die Unternehmen insofern auch argumentativ betonen können, um auf sich aufmerksam zu machen.

Wie wird man als Arbeitgeber bekannt? Genauso wie eine Marke. Man muss für sich werben. Die Beilage „Attraktive Arbeitgeber im Kreis Bergstraße“ ist eine Plattform dafür. Unternehmen haben die Möglichkeit über Porträts herauszuarbeiten, weshalb sie sich als attraktive Arbeitgeber sehen und warum es sich lohnt, dort einen Arbeitsplatz anzustreben. Ihnen als Leser und vor allem Personen, die sich beruflich neu orientieren möchten, gibt die Ausgabe einen Überblick über ganz unterschiedliche Arbeitgeber und Jobs in der Region.

Viel Freude beim Lesen.

Michael Roth
Geschäftsführer und Chefredakteur Bergsträßer Anzeiger
Andreas Wohlfart
Leiter Mediaverkauf Südhessen Bergsträßer Anzeiger und Südhessen Morgen
Datenschutz