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Sonderveröffentlichung
Themenspecial Stadtmagazin Bensheim

Eheliche Teamarbeit in Auerbach

Pfarrer Lukas von Nordheim will nah an den Menschen sein. Ab August teilt er sich in Auerbach die Pfarrstelle mit seiner Ehefrau Mareike.

Pfarrer Lukas von Nordheim mit Frau Mareike und Kindern bei der Einführung im Januar. | Bild: Thomas Zelinger

16.07.2021
Die Gravitationskräfte hatten langsam zugenommen“, kommentiert Lukas von Nordheim die Entscheidung für den Wechsel. Es waren auch die biografischen Wurzeln seiner Frau Mareike in Bensheim, die den Umzug an die Bergstraße forciert hatten. Denn kein anderer als Pfarrer Stefan Kunz aus der Michaelsgemeinde ist der Schwiegervater des neuen Seelsorgers, der am 31. Januar als Inhaber der Pfarrstelle II für Auerbach und Hochstädten in der Bergkirche eingeführt wurde.

Ab August wird er sich die Stelle mit seiner Frau teilen, die an der Liebfrauenschule ihr Abitur gemacht hat. Dann werden sie ihr Lebens- und Arbeitsmodell von der letzten Etappe nach Bensheim übertragen: Pfarrdienst und Familienleben aus einem Guss. Jobsharing im Auftrag der Kirche. In Grünberg (Landkreis Gießen) hatten sie bereits fast fünf Jahre lang geistliches wie privates Teamwork vereint. Der Sprung von Oberhessen in den Süden erfolgte in einer schwierigen Phase – die Pandemie hatte auch die Kirche voll im Griff. Die Gottesdienste mussten hier wie dort unter Einhaltung von Hygienekonzepten gefeiert werden. Schwer für einen, denen die Nähe zu den Menschen und das persönliche, barrierefreie Gespräch so wichtig ist.

„Es ist mir ein Herzensanliegen, in Auerbach alle Gemeindemitglieder und ihre Biografien kennenzulernen.“

Der 36-Jährige stammt aus einer Pfarrfamilie in Niedersachsen. Der Vater aus Lippe, der später Probst wurde, kommt aus der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, die Mutter ist eine reformierte Christin. Dass er selbst eine theologische Laufbahn einschlagen würde, war zunächst eher unwahrscheinlich. Doch als Zivildienstleistender in der Ukraine hat er als Gast in einer deutsch-russischen Familie seine Meinung geändert. „Ich habe ihnen das Evangelium immer auf Deutsch vorlesen müssen“, berichtet er. Lukas von Nordheim erkennt die elementaren Fragen des Lebens und setzt sich mit dem Begriff der Heimat auseinander. Er studiert Evangelische Theologie in Göttingen und Marburg. An der Dormitio-Abtei in Jerusalem absolviert er ein Ökumenisches Studienjahr. In Israel lernt er auch seine Frau kennen. Er wird Vikar in Wiesbaden-Bierstadt und übernimmt eine Stelle beim ständigen Vertreter der hessischen Kirchen am Wiesbadener Landtag. In Grünberg beginnt er 2016 seinen ersten Pfarrdienst auf Probe. Wie bereits im Studium engagiert er sich ökumenisch, bildet Netzwerke und baut Kontakte zu geflüchteten Menschen aus, die er seit 2016 betreut und begleitet.

Das Ehepaar hat zwei Söhne. Johannes ist fünf Jahre alt, Philipp kam vor gut einem Jahr zur Welt. Das Einleben in Auerbach habe bislang sehr gut geklappt, betont Lukas von Nordheim. Den Einzug ins Pfarrhaus kommentiert er als kreativen Prozess – drinnen wie draußen. Der Pfarrer schätzt Gartenarbeit. Die Anlage eines brachliegenden Grünstreifens an der Nordseite der Bergkirche, wo gemeinsam mit Gemeindemitgliedern ein Blüh- und Staudenbeet angelegt wird, ist eines seiner Lieblingsprojekte. Und er freut sich auf die Arbeit mit den Konfirmanden. Auch deshalb, weil seine eigene „Konfizeit“ ein Baustein seines Entschlusses für den Pfarrberuf gewesen war. Mareike von Nordheim wird im September als Religionslehrerin an der Schlossbergschule unterrichten. Man ist angekommen.

In der neuen, für Mareike von Nordheim alten Heimat, verbindet sich nun der Wunsch nach einer langfristigen Perspektive für die junge Familie mit der Aussicht auf ein bereicherndes Pfarrteam inmitten einer breit aufgestellten und sehr aktiven Kirchengemeinde. „Es ist mir ein Herzensanliegen, in Auerbach alle Gemeindemitglieder und ihre Biografien kennenzulernen“, sagt er, der Türen öffnen und Vertrauen schenken will. Auch in Zeiten der Distanz, die sich momentan wieder etwas normalisieren. Der junge Pfarrer hofft, dass die Pandemie vielleicht dazu beigetragen hat, dass Familien und Nachbarn wieder stärker zusammengewachsen sind. Er wünscht sich auch nach Corona etwas mehr Ruhe – und weniger Aktionismus. Aber auch Themen wie Artenvielfalt, Klima- und Grundwasserschutz liegen ihm am Herzen. Den biblisch motivierten Anspruch nach der Bewahrung der Schöpfung – den nimmt Lukas von Nordheim wörtlich. Die Natur empfindet er als ähnlich reichen Schatz wie eine gute zwischenmenschliche Beziehung. Soziale Begegnungen seien wichtiger als oberflächlicher Konsum oder der nächste Urlaubstrip.

Seine eigene Reise hat ihn nach Bensheim geführt. Gravitationskräfte halt. Dass Lukas von Nordheim nicht nur im analogen Leben ein Mann des Dialogs ist, beweist er mit seinem Faible für digitale Formate. Auf Instagram (vonundzuheimat) ist er ebenso zu finden wie auf Facebook, wo auch die Kirchengemeinde regelmäßig Neuigkeiten meldet, Bilder postet und theologische Fragen in die Welt schickt. „Es soll jeder spüren, dass er ein Teil der Gemeinde ist.“ Thomas Tritsch
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