Sonderveröffentlichung
Themenspecial Stadtmagazin Bensheim

Ein Leben für den Gesang

Musik liegt ihr im Blut: Cosima Seitz ist eine überaus vielfältige Künstlerin, die als Chorleiterin, Stimmbildnerin, Gesangslehrerin und Orchesterdirigentin tätig ist. Ihre größte Leidenschaft ist das Singen.            

Cosima Seitz in verschiedenen Rollen: als Chorleiterin (links) oder Ensemblemitglied des Rheinkabaretts in Bonn. Bilder: Thomas Zelinger, privat

18.10.2019

Text: Thomas Tritsch 

Cosima Seitz atmet Musik. Als Orchesterdirigentin, Chorleiterin, Stimmbildnerin und Gesangslehrerin. Doch ihre größte Leidenschaft gehört der Pflege des eigenen Instruments: einer warmen Sopranstimme voller Leuchtkraft, berührender Klarheit und eleganter Phrasierung. „Wenn ich singe, verschmelze ich mit der Musik“, so die gebürtige Bensheimerin, die schon früh die Liebe zur Bühne und zur Musik entdeckt hat. Eine Liaison, die andauert und über die Jahre noch intensiver geworden ist.

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Wenn Cosima Seitz über schönen Chorklang spricht, über die kreative musikalische Arbeit mit Kindern oder über den besonderen Moment, wenn sich aus einem gemischten Ensemble ein homogener harmonischer Körper herausbildet, dann wird das Strahlen in ihrem Gesicht noch um einige Lux heller. Es war immer die Musik. Schon damals als Elevin der Musikschule Bensheim und später in sämtlichen Chören am Alten Kurfürstlichen Gymnasium. Das musische Innenleben des AKG habe sie stark geprägt, so Cosima Seitz, die in Vororchester, Orchester sowie im Jazzensemble, in der Jazztanzgruppe sowie im Theaterensemble aktiv war. Nach dem Abitur studierte sie zunächst Schulmusik an der Goethe-Universität in Frankfurt, bevor sie ihr Talent und Können bei der Gesangspädagogin Angela Steinmetz weiter verfeinerte.

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Später vervollständigte sie ihre Ausbildung bei Professor Stewart Emerson in Berlin und nahm an Meisterkursen bei Ulrich Eisenlohr und Ruth Ziesak teil. Die Flirts mit Querflöte, Gitarre und Klavier waren ihrer musikalischen Ausrichtung dienlich, doch „das Singen stand immer im Zentrum“. Auch das begonnene Lehramtsstudium („In meiner Familie wimmelt es von Pädagogen“) erwies sich bald als unbefriedigend. Wenngleich auch hier die Musik die Hauptrolle gespielt hatte. „Ganz oder gar nicht“, sagte sich Cosima Seitz und verschrieb sich ganz der Musik. „Lehrerin und Sängerin, das wäre allein stimmlich schwierig geworden.“ Beim Jungen Ensemble Frankfurt genoss sie eine hervorragende Ausbildung.

Die Musik hat in ihrer Familie eine dominante Rolle gespielt. Schon ihr Großvater Ludwig Seitz war Kantor in Auerbach und ausgebildeter Sänger. Ihr Vater Volker Seitz hatte 1966 neben dem Orchester Collegium Musicum Bergstraße auch den Singkreis Schwanheim mitgegründet, den er über 35 Jahre geleitet und zu einem glänzenden Konzertchor entwickelt hat. 2001 übergab er das Dirigat an seine Tochter Cosima. Volker Seitz starb 2007. Auch die Tochter verbindet eine enge Zusammenarbeit mit dem Collegium Musicum – als Solistin wie als Dirigentin. Viele Bensheimer erinnern sich gern an die gemeinsamen Frühlingskonzerte von Singkreis und Orchester in der Schwanheimer Kirche, die sie mit sicherer Hand und viel Verve begleitet hat. Zum 50. Jubiläum des Collegiums im Herbst 2016 dirigierte Cosima Seitz das Konzert im Parktheater gleichsam als Hommage an ihren Vater.

„Wenn ich singe, verschmelze ich mit der Musik“, sagt Cosima Seitz.

Sie hat unzählige Konzertprogramme entwickelt, international renommierte Profiensembles begleitet und Kinder für Händel und Vivaldi begeistert. Fantasievoll gestaltete Konzerte für junge Menschen liegen Cosima Seitz besonders am Herzen. „Man braucht keine lange Vorbildung oder detaillierte Erläuterungen, um Musik zu verstehen“, ist sie überzeugt. Auch ohne die Kenntnis von sinfonischer Architektur oder Komponisten-Biografien wirke die ästhetische Schönheit des Klangs für sich. Das Heranführen junger Hörer an die komplexen und vor allem authentischen, nicht infantil vereinfachten Strukturen der Klassik, sei eine der vornehmsten Aufgaben überhaupt, sagt sie. Es gehe ihr darum, Kindern und Jugendlichen die Faszination an Wohlklang zu vermitteln und ihren Geist für die Seele der Musik zu öffnen.

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Die Magie des flüchtigen Moments, wie er vielleicht nur in dieser Kunstform zu erleben ist, ist für Cosima Seitz immer wieder aufs Neue ein entscheidender Funke ihrer glühenden Leidenschaft. „Musik lässt sich analysieren. Aber ihren Zauber kann man nicht erklären“, betont die vielseitige Künstlerin, die über ein breitgefächertes Repertoire verfügt. Bach habe ihr eine Tür in eine andere Welt eröffnet. Aber auch neue, experimentelle Musik wie die von John Cage, Robert Moran oder Rupert Huber, mit dem sie eine enge Zusammenarbeit verband, finden sich in ihrem musikalischen Oeuvre.

„Musik lässt sich analysieren. Aber ihren Zauber kann man nicht erklären.“

Freude am Tun statt banaler Routine. Ein offener Geist stößt immer wieder in neue Sphären vor. Vor gut drei Jahren dann kam eine weitere künstlerische Nische dazu: das Kabarett. Beim Rheinkabarett kann Cosima Seitz neben ihrem gesanglichen auch ihr schauspielerisches und komödiantisches Talent ausleben. Neben Andreas Etienne, Michael Müller und Christoph Scheeben spielt sie im Haus der Springmaus in Bonn. Nach den Programmen „Liebe, Lust und Lotterleben“ und „Skalpell der Leidenschaft“ wird die dritte gemeinsame Produktion „Kollegen III – Ende der Schonzeit“ am 8. November Premiere feiern. Auf der Kleinkunstbühne schätzt sie die darstellerischen Freiheiten. Dort kann Cosima Seitz ihrer Wandlungsfähigkeit und Bühnenpräsenz richtig Zucker geben. „Es wird gespielt, gesungen und getanzt, genau das Richtige für mich!“
Mit dem Gitarristen Matthias Jakob präsentiert Sängerin Cosima Seitz regelmäßig Liederabende. | Bilder: privat; stock-adobe.com-Ron Dale
Mit dem Gitarristen Matthias Jakob präsentiert Sängerin Cosima Seitz regelmäßig Liederabende. | Bilder: privat; stock-adobe.com-Ron Dale
Mit dem Gitarristen Matthias Jakob präsentiert die Bensheimerin seit vielen Jahren Liederabende. Beim aktuellen Projekt handelt es sich um eine CD-Aufnahme mit internationalen Weihnachtsliedern, die Ende des Jahres erscheinen wird. Am 22. Dezember wird das Programm „Kennst du die Namen der Engel“ in der Evangelischen Kirche Einhausen dargeboten, Beginn ist um 16.30 Uhr. Am 26. Dezember um 17 Uhr findet das Konzert in der Evangelischen Kirche Schwanheim statt.

Am 1. Dezember steht ein Adventliches Konzert zum Mitsingen des Singkreises Schwanheim auf dem Programm. Es beginnt um 17 Uhr in der Evangelischen Kirche Schwanheim. Mit dabei sind der Kinderchor, der Jugendchor und der große Chor sowie das Herrenquartett MASH!, das Cosima Seitz seit letztem Jahr leitet.

Wer sie auf der Kabarettbühne erleben möchte, hat dazu am 23. Oktober im Neuen Theater Frankfurt-Höchst Gelegenheit.
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