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Sonderveröffentlichung
Themenspecial Stadtmagazin Bensheim

Für fairen Handel weltweit

Bensheim ist seit zehn Jahren Fairtrade-Stadt und setzt sich damit für Fairen Handel und für die Einhaltung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen ein.


11.10.2021
Fairtrade steht für eine faire Partnerschaft in Handelsbeziehungen. Mit dem Fairtrade-Siegel gekennzeichnet werden Produkte, bei deren Herstellung bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien eingehalten wurden. Erste Anfänge des Fairen Handels gab es bereits in den 1940er Jahren durch Organisationen in Nordamerika, die im kirchlichen Umfeld entstanden. Ähnlich war es auch in Deutschland, wo sich Ende der 1960er Jahre Jugendliche aus dem Landkreis Hildesheim zum Ökumenischen Arbeitskreis Entwicklungshilfe zusammenfanden.
    
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Die ersten Weltläden zum Verkauf von Produkten aus Fairem Handel entstanden zu Beginn der 1970er Jahre. Heute gibt es rund 900 Weltläden in Deutschland. In Bensheim wurde das Fachgeschäft für Fairen Handel 1992 eröffnet – im kommenden Jahr kann der Weltladen sein 30-jähriges Bestehen feiern. Seit diesen Anfängen ist das Engagement für Fairen Handel und mehr Gerechtigkeit in den weltweiten Wirtschaftsbeziehungen enorm gewachsen – auch in Bensheim.
      
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Ein wichtiger Meilenstein war dabei das Jahr 2011. Damals wurde Bensheim zur Fairtrade-Stadt. Mit diesem offiziell bekundeten Beitrag zur weltweiten Armutsbekämpfung und zur Einhaltung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen ging mehr Öffentlichkeitsarbeit für das Fairtrade-Anliegen einher. So haben inzwischen alle in Bensheim vertretenen Supermarktketten fair gehandelte Produkte in ihrem Sortiment und eine Reihe von Organisationen, Geschäften und Gastronomiebetrieben arbeiten mit Fairtrade-Produkten.

Den Bensheimer Weltladen gibt es bereits seit 1992 – im nächsten Jahr feiert er sein 30-jähriges Bestehen.

Ein weiterer Meilenstein war der 2019 erfolgte Umzug des Weltladens. Er wechselte von seinem etwas im Schattendasein befindlichen Domizil neben der Kirche Sankt Georg mitten in die Fußgängerzone. Die auf zwei Jahre begrenzte Kooperation mit der Tourist-Information brachte erweiterte Öffnungszeiten und einen deutlich erhöhten Zuspruch für den Weltladen mit sich. Seit Ende August hat das Geschäft sein neues Domizil am Wambolterhof bezogen. Dort, wo früher „Gourmet Marie“ einen leckeren Mittagstisch servierte, bietet der Weltladen sein attraktives Angebot an Lebens- und Genussmitteln sowie Kunstgewerbe an.
   
Kaffee und Südfrüchte zählen zu den umsatzstärksten Produkten des Fairen Handels. Im Bensheimer Weltladen gibt es aber auch Kunsthandwerk und Praktisches für den Haushalt. Im Rahmen der Fairen Woche informierte der Weltladen über menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Bilder: Thomas Neu, adobe-stock.com-Visions-AD
Kaffee und Südfrüchte zählen zu den umsatzstärksten Produkten des Fairen Handels. Im Bensheimer Weltladen gibt es aber auch Kunsthandwerk und Praktisches für den Haushalt. Im Rahmen der Fairen Woche informierte der Weltladen über menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Bilder: Thomas Neu, adobe-stock.com-Visions-AD
Wieder war aufgrund der vorhandenen Fläche eine Kooperation möglich, die mit der „Nanai Stoffwerkstatt“ von Marén Bischoff eine ideale Ergänzung des Sortiments ist. „Konzeptionell passen wir super zusammen, haben wir uns doch beide Nachhaltigkeit, ökologisches Wirtschaften und globale Gerechtigkeit auf die Fahnen geschrieben“, betonen Marén Bischoff und Ursula Götz vom Weltladenteam.
   
Ulrike Meyer arbeitet im Weltladen am Wambolterhof. Bild: Thomas Neu
Ulrike Meyer arbeitet im Weltladen am Wambolterhof. Bild: Thomas Neu
Neben der Präsenz des Weltladens wird in Bensheim das Bewusstsein für fair gehandelte Produkte durch eine Reihe von Aktivitäten und Veranstaltungen gestärkt. Ein bedeutender Partner ist beispielsweise das Goethe-Gymnasium, das seit Juni 2018 offiziell eine Fairtrade-School ist. Bereits seit dem Beschluss der Schulkonferenz 2013 werden im Schulkiosk nur noch fair gehandelte Süßigkeiten angeboten. Jedes Jahr wird der Fairtrade-Gedanke in den jüngeren Klassen vorgestellt und in der Mittelstufe durch Unterrichtseinheiten thematisiert.

Auch im Rahmen der Fairen Woche, die jedes Jahr im September/Oktober bundesweit veranstaltet wird und in Bensheim traditionell mit einem Fairen Frühstück im Rathaus (nicht zu Corona-Zeiten) beginnt, gibt es zahlreiche Aktivitäten und öffentliche Veranstaltungen. In diesem Jahr stand die Faire Woche ganz im Zeichen des zehnten Geburtstags als Fairtrade-Stadt, auch wenn die Aktivitäten aufgrund der Pandemie etwas eingeschränkt waren. Es gab ein Preisausschreiben mit Fragen zum Fairen Handel mit attraktiven Preisen und einen Infostand zusammen mit dem Goethe-Gymnasium zum Thema „Menschenwürdige Arbeitsbedingungen/Ächtung von Kinderarbeit“. Außerdem machten im Vorfeld der Bundestagswahl die Bergsträßer Spitzenkandidaten bei der Reihe „Dein Bundestagskandidat bedient dich im Weltladen“ mit.

Das generelle und breit gestreute Engagement spiegelt sich in der Steuerungsgruppe wider, die sich um die verschiedenen Aktivitäten in der Fairtrade-Stadt Bensheim kümmert. Hervorgegangen ist sie aus der im Mai 2010 gegründeten Bensheimer Initiative für Fairen Handel, die sich für den Erwerb des Siegels „Fairtrade-Town“ für Bensheim eingesetzt hatte. Maßgeblich beteiligt daran waren die inzwischen verstorbenen Dorothea Kerschgens und Hille Krämer.

Heute gehören der Steuerungsgruppe Christa Böhme und Thomas Götz vom Weltladen Sankt Georg, Petra Kiel von der Christoffel-Blindenmission, Gundula Kirsch-Wohlfahrt von der Michaelsgemeinde, Susanne Krafczyk vom Goethe-Gymnasium, Birgit Rinke vom Repair-Café Bergstraße sowie Maria Romero-Martin und Gerlinde Rühlmann von der Stadt Bensheim an. Sie alle leisten zusammen mit weiteren Ehrenamtlichen in ihrer jeweiligen Organisation oder im Interesse der Fairtrade-Stadt Bensheim einen nachhaltigen Beitrag zur weltweiten Armutsbekämpfung und für einen Fairen Handel. Jeanette Spielmann
     

Zahlen – Daten – Fakten

Die erste Faire Woche in Deutschland wurde 2001 zusammen mit Misereor und dem Evangelischen Entwicklungsdienst veranstaltet.

Die Kampagne „Fairtrade-Towns“ startete in Deutschland 2009 mit Saarbrücken als erste Fairtrade-Stadt. Heute gibt es 755 deutsche Fairtrade-Städte, in Hessen sind es 72. Weitere Städte sind in der Bewerbung.

Bensheim ist die 59. Fairtrade-Stadt in Deutschland und die 7. in Hessen. Im Kreis Bergstraße gibt es neben Bensheim mit Heppenheim, Lampertheim und Viernheim noch drei weitere Fairtrade-Städte. Vorreiter war hier Viernheim, die Stadt erhielt das Siegel bereits im Mai 2010. Ihr folgten Bensheim am 26. Oktober 2011, Heppenheim am 5. Dezember 2011 und Lampertheim am 27. Mai 2013.

Erstmals nach über einem Jahrzehnt ununterbrochenem Wachstum war im vergangenen Jahr der Umsatz mit fair gehandelten Produkten rückläufig. So wurden 2020 in Deutschland 1,8 Milliarden Euro im Fairen Handel umgesetzt. Das entspricht einem Umsatzrückgang von 2,9 Prozent gegenüber 2019.

Die umsatzstärksten Produkte des Fairen Handels sind Kaffee (30 %), Südfrüchte (10,3 %) und Textilien (10 %).

Weltladen Sankt Georg
Am Wambolterhof 7, Telefon 06251/66730
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 13 und 14 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 14 Uhr

Weitere Infos auch unter: www.weltlaeden.de/bensheim/
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