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Sonderveröffentlichung
Themenspecial Reine Frauensache(n)

Gender Gap

Wer glaubt, Gleichberechtigung sei 2021 in Deutschland bereits erreicht, irrt, wie aktuelle Zahlen belegen.

Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist in vielen Bereichen (noch) nicht gegeben. BILD: FOKUSSIERT / ADOBE STOCK

21.10.2021
Mit „Gender Gap“ wird die Kluft zwischen Männern und Frauen bezeichnet. Dieser Begriff wird in verschiedenen Kontexten genutzt. Geht es um die ungleiche Bezahlung, ist es der „Gender Pay Gap“, geht es um die ungleiche Verteilung von Care- und Lohnarbeit ist es der „Gender Care Gap“ und so weiter.

Dass diese Kluft auch heute noch besteht, ist kein Geheimnis. So hat das Statistische Bundesamt die Differenz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes (ohne Sonderzahlungen) der Frauen und Männer im Verhältnis zum Bruttostundenverdienst der Männer ermittelt, um den Gender Pay Gap zu beziffern. Dabei wurden Beschäftigte in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, in der öffentlichen Verwaltung sowie in Betrieben mit bis zu zehn Beschäftigten nicht berücksichtigt. „Der Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern ist ein Indiz für mangelnde Gleichbehandlung. Allerdings ist er auf vielfältige Ursachen zurückzuführen. Frauen und Männer unterscheiden sich in ihren Erwerbsbiografien und der Wahl von Berufsfeldern. Dies führt häufig zu unterschiedlichen Karriereverläufen und Verdienstunterschieden“, heißt es von Seiten des Statistischen Bundesamts.

Frauen verdienen 18 Prozent weniger

Das Ergebnis der Erhebung: „Frauen verdienten 2020 durchschnittlich 18 Prozent weniger je Stunde als Männer. Die Unterschiede fielen in Westdeutschland (und Berlin) mit 20 Prozent deutlich höher aus als im Osten (6 Prozent)“.

Gleichzeitig konnten die Daten des Statistischen Bundesamts auch einen erfreulichen Trend sichtbar machen: „Zwischen 2006 und 2015 war der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern fast konstant. Seitdem hat sich der Verdienstunterschied leicht verringert. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Verdienstabstand bis zum Jahr 2030 auf 10 Prozent zu senken.“

Aufgefallen war auch bei der Auswertung der Daten, dass das Verdienstgefälle im öffentlichen Bereich weniger stark ausgeprägt ist, als im privatwirtschaftlichen Unternehmen. „Der Verdienstabstand ist mit 7 Prozent im öffentlichen Dienst wesentlich geringer als in der Privatwirtschaft (20 Prozent).“

1,5 Stunden mehr Sorgearbeit täglich

Direkt mit der Gender Pay Gap hängt auch der Gender Care Gap zusammen: Frauen und Männer stehen grundsätzlich gleichermaßen vor der Herausforderung, berufliche Verpflichtungen und Sorgeaufgaben unter einen Hut zu bekommen. Aber es besteht ein deutliches Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern. Der Gender Care Gap zeigt: Frauen wenden täglich im Durchschnitt 52 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit auf als Männer, das sind etwa 1,5 Stunden pro Tag. Diese Zeit fehlt im Beruf. Das wiederum hat Auswirkungen auf Einkünfte und Rentenansprüche.

Das im Sommer 2020 gegründete zivilgesellschaftliche Bündnis „Sorgearbeit fair teilen“ setzt sich für die geschlechtergerechte Verteilung unbezahlter Sorgearbeit ein. Seine 13 Mitgliedsverbände haben sich zum Ziel gesetzt, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft für den Gender Care Gap und seine Auswirkungen zu sensibilisieren und sich für die Schließung der Sorgelücke einzusetzen. Vor Kurzem hat das Bündnis wieder auf das Ungleichgewicht hingewiesen: „Der sogenannte Gender Care Gap liegt nach wie vor bei 52 Prozent – bei heterosexuellen Paarhaushalten mit Kindern sogar bei 83 Prozent. Diese gravierende Sorgelücke hat erhebliche Folgen und führt unter anderem dazu, dass vielen Frauen nicht im gleichen Maße wie Männern Zeit und Kraft zur Verfügung stehen, einer eigenen existenzsichernden beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Gleichzeitig wird von Männern immer noch erwartet, die Rolle des Familienernährers zu übernehmen, sodass ihnen für Sorge- und Hausarbeit zu wenig Zeit bleibt.“ Das Bündnis „Sorgearbeit fair teilen“ fordert: „Wer Gleichberechtigung will, muss an der gerechten Verteilung unbezahlter Sorgearbeit ansetzen. Allen Menschen muss unabhängig von ihrem Geschlecht ermöglicht werden, ihren Lebensunterhalt zu erwirtschaften und zugleich ihren Sorgeverpflichtungen nachkommen zu können. Dafür müssen strukturelle Hürden abgebaut werden, die die gleiche Verteilung von Sorge- und Hausarbeit verhindern.“ imp
   
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