Sonderveröffentlichung
Themenspecial Stadtmagazin Bensheim

Kunst per Mausklick

Vor zweieinhalb Jahren haben die Schwestern Simone Labonté und Christina Labonté-Steinmann die Online-Galerie Crelala gegründet.

Text: Thomas Tritsch 

In Zeiten des Internets ist auch der Zugang zur Kunst leichter geworden. Ganz in Ruhe kann man sich in Online-Galerien einen Überblick über Werk, Preis und Format machen. Über einen Filter lassen sich Größen und Farben auf einen Nenner mit den Vorstellungen des Kunden bringen. In der digitalen Ausstellung kann man junge, aufstrebende Künstler ebenso kennenlernen wie kreative Hobbymaler, Fotografen oder Plastiker. Alles von zu Hause aus. Mit virtuellem Warenkorb und bequemer Kaufoption. 

Crelala nennt sich die Plattform der Schwestern Simone Labonté und Christina Labonté-Steinmann, die vor zweieinhalb Jahren online ging. Über ihr Portal vermarkten sie Kreative aus ganz Deutschland. Aktuell sind es etwa 50 Personen mit rund 1000 Werken. Alles Originale beziehungsweise handsignierte Unikate. Drucke oder andere Doppelnummern (außer bei Fotografien) kommen bei Crelala nicht vor.
Christina Labonté-Steinmann in ihrem Ausstellungsraum in Gronau: Dort wird eine Auswahl der rund 1000 Werke der Online-Galerie gezeigt.
Christina Labonté-Steinmann in ihrem Ausstellungsraum in Gronau: Dort wird eine Auswahl der rund 1000 Werke der Online-Galerie gezeigt.
Der Name ist übrigens die Kurzversion für Creativ Labor Labonté. Eine Geschäftsidee, mit der sie den Zugang zur Kunst vereinfachen und Künstlern neue, attraktive Vertriebswege öffnen möchten. „Wir wollen Brücken bauen zwischen Künstlern und Kunstfreunden.“ Der Vorteil: Im Internet erreicht man sehr viele Menschen, braucht aber nur ganz wenig Platz.

Simone Labonté malt, schreibt und fotografiert. Ihre Schwester ist Betriebswirtschaftlerin mit Marketingerfahrung. Die beiden Mittvierziger lieben Kunst. So war der Schritt in die Branche eigentlich ein kleiner. Während die eine in Köln lebt und arbeitet, hält Christina Labonté-Steinmann die Stellung daheim. Nach 21 Jahren in ihrem Beruf hat die gebürtige Wiesbadenerin – in Bensheim verheiratet – einen scharfen Cut gewagt. „Ich wollte mich voll und ganz der Kunst widmen.“

Rund 1000 Werke von 50 Künstlern werden über die Online-Galerie Crelala vermarktet.
Rund 1000 Werke von 50 Künstlern werden über die Online-Galerie Crelala vermarktet.
Im Sommer 2017, etwa ein Jahr nach dem Start, hat die digitale Galerie eine analoge Tochter geboren: In einem Ausstellungsraum der ehemaligen Schreinerei Steinmann in Gronau sind ständig 20 bis 30 Bilder und Objekte aus der aktuellen Kollektion zu sehen. Gleich an der Märkerwaldstraße 167. Dort, wo Gronau langsam zu Ende geht. „Wer uns wirklich sucht, der findet uns leicht.“ Seither fährt Crelala zweigleisig.

Auf besonderen Wunsch bringen die Galeristinnen auch ein bestimmtes Werk vorbei. Zum Anfassen. Direkte Nachbarn in dem offenen Büro sind ein Unternehmensberater und ein Versicherungsmakler. „Es passt gut. Zudem wir so noch mehr Menschen erreichen“, so die Online-Händlerin, die praktisch jeden Künstler persönlich kennt. „Das ist uns besonders wichtig.“ Qualitätssicherung im Kreativsektor.

| Bilder: Thomas Zelinger, stock.adobe.com/nadianb
| Bilder: Thomas Zelinger, stock.adobe.com/nadianb
Die meisten, die ihre Werke anbieten möchten, fragen direkt an oder registrieren sich auf der Homepage von Crelala. Sie bestimmen den Preis ihrer Arbeit. Im Falle eines Verkaufs erhält die Galerie eine Provision. Sie wickelt die Zahlung ab und stellt die Bilder online. Die Lieferung erfolgt in der Regel über den Künstler, der mit der Galerie einen Rahmenvertrag vereinbart.

Seit der Premiere ist die Plattform sukzessive bekannter geworden. Die Anzahl der digitalisierten Exponate wächst. Regelmäßig sind die Schwestern deutschlandweit in Ausstellungen, Messen und Galerien unterwegs. Im Februar wird Simone Labonté sogar in Asien ihre Fühler ausstrecken. Das Portal bleibt dynamisch, verändert sich und bleibt so bunt wie die Szene selbst.

Der Online-Shop wird derzeit umgestaltet und soll sich bald in neuer Optik präsentieren. Am 18. August veranstaltet Crelala den dritten Kunstmarkt. Dann wird der Gronauer Hof zur Open-Air-Galerie mit Künstlern, Kunstfreunden und Livemusik. Manchmal sind analoge Kontakte eben doch unübertrefflich.

www.crelala.de

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