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Sonderveröffentlichung
Themenspecial Stadtmagazin Bensheim

Mit allen Sinnen Mallorca

Auf eine kulinarische Reise ans Mittelmeer begibt man sich als Gast von Silke Blum und Bodo Bonifer. Die beiden Mallorca-Fans haben für das Stadtmagazin mallorquinische Speisen serviert.

Silke Blum beim Zubereiten der Vorspeise. Im Hintergrund Salvador Dalí und Man Ray auf einem Bild, das Blum nach einer Fotografie selbst gemalt hat. Bild: Thomas Neu

11.10.2021
Sparkasse Bensheim
Es ist diese besondere Mischung aus Licht und Farbe.“ Für Silke Blum ist Mallorca ein sinnliches Gesamtkunstwerk. Nicht nur für die Augen. Das harzig-süße Aroma der reifen Schoten des Johannisbrotbaums weckt Erinnerungen. Algarroba heißt die Frucht auf Spanisch. „Das ist der Duft der Insel“, sagt sie, als sie an einem Sirup schnuppert, der einem feinen Mandelkuchen seine spezielle mallorquinische Note verleiht. Neben den Mandel- und Olivenbäumen die Nummer drei der typischen Pflanzen, die dort traditionell angebaut werden.

Aber auch die Bodegas sind eifrig auf dem Vormarsch, wie man als Gast der Mallorca-Kenner recht zügig herausfinden wird. Gemeinsam mit ihrem Partner Bodo Bonifer hat Silke Blum 2015 mitten in Bensheim eine Oase eröffnet: cerdoNEGRO heißt der mallorquinische Wein- und Feinkost-Shop, der das Beste der Insel als importiertes Konzentrat vereint. Delikatessen und Wein, Stoffe und Keramik, und natürlich der berühmte Jamon Ibérico, der als Ibérico Bellota seine Vollendung findet. Ein Eichelschinken vom Schwarzen Schwein – cerdo negro. Das edle Tier ist auch der Ursprung der typischen Paprika-Streichwurst, die Sobrasada de Mallorca, die man unbedingt probieren sollte, wie Silke Blum betont.

Die beiden Gastgeber sind Genießer und hoffnungslos verliebte Mallorca-Fans. In den Tapas-Bars, auf den Märkten und im Dialog mit kleinen, feinen Lieferanten sind sie in ihrem Element. Für das Stadtmagazin wird das Mittelmeer kurzerhand an den Leimenberg verlegt. Die Reisezeit zur Lieblingsinsel der Deutschen beträgt kaum zehn Minuten. Und auch beim Check-in vor Ort spürt man, dass sich hier Pfade zu den wahren Schätzen der Insel öffnen. Abseits der touristischen Hauptverkehrsadern, mitten im Herzen des authentischen Mallorcas.
Regelmäßig reisen die Wahl-Bensheimer selbst auf die Insel, besuchen Lieferanten und kaufen nur beste Produkte direkt bei kleinen Manufakturen und Winzern, die sie kennen und schätzen. Ein sehr persönliches Verhältnis. „Wir wählen unser Sortiment etwa so aus, wie man Souvenirs für seine besten Freunde einkauft“, so Bodo Bonifer, der ursprünglich aus Offenbach kommt und lange als Flughafen-Manager gearbeitet hat. Unter anderem als Controller in Frankfurt und als Geschäftsführer in Hannover-Langenhagen. Irgendwann ist er an der Bergstraße gelandet. Und geblieben.

 „Eine gute Paella hat viele Geheimnisse“, erklärt die Gastgeberin.

Silke Blum hatte den Vielgereisten erstmals 2014 nach Mallorca gebracht. Mit weitreichenden Konsequenzen. Auch er hatte sich sofort verliebt. „Ich wollte eigentlich Reise- oder Kochjournalistin werden“, sagt die Frau aus Gelsenkirchen in der offenen Küche, wo eine authentische Paella langsam Richtung Finale köchelt. Drei Jahre lang hat sie im Nordosten der Insel gelebt und gearbeitet. Sie liebt die schönen Dinge des Lebens, Design, Mode und Innenarchitektur. Und sie malt. In der Küche hängt ein Porträt von Man Ray und Salvador Dalì im Paris des Jahres 1934. Ein bekanntes Schwarz-weiß-Motiv des amerikanischen Fotografen Carl Van Vechten, das Silke Blum mit Acrylfarben exakt auf die Leinwand gebracht hat.
Auf dem Tisch protzen die Farben. Der Trampó ist ein frischer Sommersalat mit wenigen Zutaten. Sonnengereifte Tomaten, grüne Paprika und Zwiebeln werden möglichst fein geschnitten und mit bestem Olivenöl benetzt. Nicht zu wenig. Die Olivenöl-Cuvée harmoniert hervorragend mit der frischen, kühlen Würze des Salats, der in mediterraner Keramik aus Portól serviert wird. Ein Augen- und ein Gaumenschmaus. Die Tafel ist mit handgemachten Ikat-Stoffen („Roba de Llengues“) mit ihrem prägnanten Zungenmuster veredelt. Diese exklusiven Textilien werden auf Mallorca nur noch von wenigen Familienbetrieben hergestellt. Dazu passt ein spanischer Cava aus Macabeo und Xarel-lo von Blau de Mar, der auch als Aperitif überzeugt.

„Er ist der Herr der Zahlen“, sagt Silke Blum über ihren Partner, sich selbst bezeichnet sie eher als die kreative Seite. In der Küche herrschen demokratische Verhältnisse. Auch Geschlechterklischees und Traditionen werden frech hinterfragt. Da es in Spanien eher die Aufgabe der Herren ist, eine Paella zuzubereiten, steht diesmal die Dame an der Pfanne. Es heißt, dass einst ein verliebter Galan eine Paella für seine Braut gezaubert habe, um ihre Liebe zu gewinnen. „Para ella“, also „für sie“, könnte der Namensursprung sein.

Ein kulinarischer Kurztrip in die aromatischen Tiefen der Insel.

Verliebt in Mallorca: Regelmäßig besuchen Silke Blum und Bodo Bonifer die spanische Mittelmeerinsel. Bild: Thomas Neu
Verliebt in Mallorca: Regelmäßig besuchen Silke Blum und Bodo Bonifer die spanische Mittelmeerinsel. Bild: Thomas Neu
An diesem Abend geht es aber weniger um Sprachgeschichte denn um nationale Klassiker. „Eine gute Paella hat viele Geheimnisse“, so die Gastgeberin über das spanische Kulturgut. Nummer eins: der Reis. Arroz Bomba muss es sein. Bissfest und viel Wasser aufnehmend. Beim Kochen dehnen sich die Körner auf die dreifache Größe aus. Somit gelangt viel Gewürz und Geschmack hinein. Das Rundkorn aus Sa Pobla gilt mit als das beste der Welt. Auf Mallorca und an der spanischen Ostküste gilt der Reis als Delikatesse. Zu Recht. Mit Flachbohnen, Knoblauch, Tomaten und Hühnchen entsteht ein echtes Original, das von Safranfäden verfeinert wird. Dann ein weiteres Ritual: Der Reis wird in Kreuzform –typisch spanisch – über das angebratene Geflügel gestreut und dann nicht mehr bewegt.

Der 2019er Torrent Fals aus der Bodega Vinya Taujana indes fließt geschmeidig ins Glas. Der Rote aus der Weinregion Binissalem auf Mallorca besteht zu über 50 Prozent aus der einheimischen Manto-Traube, der Rest besteht aus den internationalen Sorten Cabernet Sauvignon, Syrah und Merlot. Ein kirschroter Tropfen mit Schmelz und der nötigen Säure für die pikante Reispfanne, die noch von Gambas und Zitronenscheiben flankiert wird. Mediterraner geht es nicht. Aus dem gleichen Weingut wird noch ein 2016er Lluor Negre probiert. Eine Sortencuvée aus Cabernet Sauvignon, Mantonegro, Syrah und Merlot. Dazu schwarze und grüne Oliven von der Insel, wie sie auch im Feinkostladen an der Bahnhofstraße verkauft werden.

Eine gute Adresse für Genießer. Und ein wahr gewordener Traum für die Inhaber, die in Bensheim ihrer Leidenschaft eine Bühne gegeben haben. Verkauft wird nur das, von dem sie selbst überzeugt sind, betont Bodo Bonifer, der an diesem Abend für den Mandelkuchen zuständig ist. Für das Küchlein wird Eiweiß schaumig geschlagen und mit Zitrone, Zimt und Zucker verfeinert. Dazu kommen Mandelblütenhonig – aus Mallorca natürlich – und der Sirup aus der Johannisbrotfrucht.

Und was da unter dem Namen „TN5.-5 Boutique Wine“ von Tianna Negre rot ins bauchige Glas fließt, ist aus 100 Prozent Callet. M2018 made in Mallorca. Aus der Nähe des Städtchens Consell. 14 Monate Ausbau in französischen Eichenfässern. Kräuterduftig, elegant und frisch sogar zum Dessert. Und mit gut elf Volumenprozent Alkohol ein leichter Roter mit Schliff und Charakter nach einem kulinarischen Kurztrip in die aromatischen Tiefen der Insel. Begleitet von zwei echten Kennern dieser dreieinhalbtausend Quadratkilometer großen Mittelmeerinsel. Gut zu wissen, dass es in Bensheim gleichsam eine Art Filiale gibt. Ein schwarzes Schwein im Außendienst. Thomas Tritsch
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