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Sonderveröffentlichung

Jungunternehmer Konstantin (l.) und Maximilian Wilk. Bild: Marc Fippel Fotografie

18.02.2022
Das Bensheimer Unternehmen Aqon Pure schaffte es ins Finale des Hessischen Gründerpreises – mit einer neuartigen Kalkschutzanlage.

Maximilian und Konstantin Wilk sind Durchstarter innerhalb des eigenen Familienunternehmens. Die beiden Youngster aus Bensheim haben die Jury des Hessischen Gründerpreises mit ihren Erfolgen bei der Weiterentwicklung ihrer Marketingstrategie und der Etablierung ihrer Geschäftsidee beeindruckt. Der Preis in der Kategorie „Zukunftsfähige Nachfolge“ ist ein toller Erfolg für das noch junge Unternehmen, das sich seit 2018 in einem ebenso harten wie flüssigen Markt bewegt.
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Aqon Water Solutions erforscht bereits seit 2004 Technologien rund um die Themen Filtration und Verfahrenstechnik. Die Söhne des Gründers Marian Wilk stiegen 2017 nach ihrem Studium in das Unternehmen ein und haben mit Aqon Pure eine Kalkschutzanlage ohne Salz entwickelt, die Kalkablagerungen reduziert, den Chloridgehalt im Abwasser verringert und so die Umwelt schont.

Maximilian ist Wirtschaftsingenieur, sein jüngerer Bruder Konstantin Betriebswirt. Gemeinsam haben sie die Firma des Vaters umgekrempelt, ohne das eigentliche Terrain zu verlassen. Ihr Produkt wendet sich nicht an industrielle Großabnehmer, sondern direkt an Endkunden. Es geht nicht mehr um die Aufbereitung von verschmutztem Wasser im Rahmen von Projektgeschäften, sondern darum, Hausgeräte vor Kalkablagerungen zu schützen.
Denn in Deutschland gibt es mehr als 19 Millionen Wohngebäude. Und etwa 40 Prozent davon liegen in einer Region mit hartem Wasser. Härteklasse 3 beginnt ab 14 Grad. Dieses Wasser enthält mehr Magnesium und Calcium als weiches. So auch in Bensheim. Mit rund 17 Grad deutscher Härte (dH) rangiert die Stadt im oberen Härtebereich. Heppenheim ist ähnlich verkalkt. Dadurch können Rohrleitungen, Armaturen oder Haushaltsgeräte besonders schnell verkalken. Die Kalkschutzanlage der Wilk-Brüder schafft genau hier Abhilfe und macht gleichzeitig den Milliardenmarkt Wasseraufbereitung umweltfreundlicher, da ihre Lösung ohne Salz und Abwasser auskommt.

Bei allem Lokalkolorit: Geboren wurde das Thema eigentlich in Hollywood. Es war kein geringerer als Arnold Schwarzenegger, der die beiden Brüder für ihr Geschäftsmodell inspiriert hat. Als Gouverneur von Kalifornien hatte er 2006 ein Gesetz verabschiedet, um den Einsatz von Wasserenthärtern auf Salzbasis in Privathaushalten zu verbieten. Die Belastung durch Chlorid sollte heruntergefahren werden.

2016 schrieb Maximilian Wilk bei einem deutschen Konzern im Silicon Valley seine Master-Thesis. Dabei ist er ganz zufällig auf das Gesetz aufmerksam geworden. Mit Blick auf das Genre des Papas war klar: „Das können wir auch in Deutschland!“ Das Wissen wurde auf die Söhne „vererbt“, den Rest hat der Nachwuchs selbst erledigt.

Bis heute hat sich das bundesweite Netzwerk aus Installationsunternehmen von anfangs zehn auf über 300 erweitert. Die Kunden wuchsen im gleichen Zeitraum von 50 auf bundesweit mehr als 5000. Der Umsatz lag 2021 bei 6,5 Millionen Euro. Eine neue Lagerhalle in Lorsch bietet zusätzlichen Expansionsraum, am Standort Stubenwald sind aktuell 18 Mitarbeiter beschäftigt. Tendenz steigend. Weitere Büros sind angemietet. Auch die Eltern sind noch Teil der Firma. Für das neue Jahr sehen die Brüder beste Perspektiven. Denn der relevante Markt für ihr System vergrößert sich. Auch Kaffeemaschinen und Dampfbacköfen sind im Visier. Eben alles, wo Wasser im Spiel ist und sich Kalk negativ bemerkbar machen kann.

Das Schlüsselwort heißt Impfkristallbildung. Das Prinzip: Mikroskopisch kleine Impfkristalle aus Kalk schwimmen im Wasser und dienen dem darin zusätzlich gelösten Kalk als Andockpunkt. Die daraus gebildeten Kalkkristalle haben ein geringeres Anlagerungsverhalten und werden größtenteils ausgeschwemmt. Der Kalk lernt quasi schwimmen. In seiner kristallinen Form lagert er sich nicht mehr als gesteinsartige Körnung ab, sondern lässt sich auf Flächen leicht abwischen.

Auch die Installation ihres Systems, das es bislang in drei Größen gibt, ist denkbar einfach. Es wird in die vorhandene Rohrstrecke integriert. Zusätzliche Anschlüsse für Abwasser oder Strom sind nicht erforderlich. Das kleinste Modell für ein Einfamilienhaus kostet rund 900 Euro und ist laut Unternehmen etwa zehn Jahre lang nutzbar. Die Premiumvariante für größere Gebäude und höhere Verbrauchswerte (bis zu 60 Liter pro Minute) rangiert bei gut 2300 Euro. Diese Einheit soll bis zu 20 Jahre halten. Ohne Wartung, und ohne Salz, wie das bei der in Deutschland gängigen Technologie der Wasserenthärtung mittels Ionenaustausch nötig ist. Der Kunde bekommt nicht nur das Produkt, sondern auch den Einbau zum Festpreis, betont Wilk, der die betrieblichen Prozesse im eigenen Haus jetzt noch weiter optimieren will.

Der Erfolg beim Gründerpreis-Wettbewerb hat der Firma einen zusätzlichen Boost beschert. Als Preisträger haben die Brüder ihre Bekanntheit innerhalb wie außerhalb ihrer Branche nochmals steigern können. „Die Aufmerksamkeit hat zusätzliche Kontakte ermöglicht“, so Maximilian Wilk, der sich natürlich grundsätzlich darüber freut, wenn potenzielle Kunden oder Installationsbetriebe in Bensheim anklopfen. Aber lieber zunächst auf elektronischem oder telefonischem Weg.

Es gab allerdings auch schon Interessenten, die plötzlich leibhaftig vor der Tür standen. Einer kam vor kurzem sogar extra aus München an die Bergstraße. Nicht nur in Zeiten der Pandemie, sondern auch termintechnisch sind spontane Hausbesuche aber schwierig zu koordinieren, so Maximilian Wilk. „Bitte einfach anmelden, dann stehen wir gern zur Verfügung“, so der smarte Jungunternehmer, der mit seinem Team frischen Wind ins Thema Wasseraufbereitung bringen will. Thomas Tritsch
  

Kontakt

AQON Water Solutions GmbH
Telefon: 06251 / 593080
E-Mail: info@aqon-pure.com
www.aqon-pure.com
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