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Sonderveröffentlichung
Themenspecial Stadtmagazin Bensheim

Schönheit, die von aussen kommt

Die Farb- und Fassadengestaltung von Immobilien prägt an vielen Stellen in Bensheim das Stadtbild. Über 230 Beratungen wurden seit 2005 in Anspruch genommen. Die Gebäudeeigentümer loben unisono das städtische Angebot und die Kommunikation auf Augenhöhe. Alle Beteiligten sind mit Herzblut und großem Engagement dabei.

Schickes Grau statt knalliges Gelb: das ehemalige Hotel Hans in der Rodensteinstraße. Bilder: Stadt Bensheim

16.07.2021
Eines der vielen Vorzeigeprojekte ist die Stadtmühle. Hier wurde im Jahr 2017 die Fassade erneuert. Das auf der Giebelfassade angebrachte Graffito wurde vom Bewuchs befreit und durch dunkelrote Farbe in seiner Wirkung verstärkt. Die ursprünglich stiefmütterlich behandelte Rückseite hat durch die Neugestaltung mit Farbe eine deutliche Aufwertung erfahren, so dass sich die „Fraa vun Bensem“ auf ihrem Brunnen jetzt vor dieser „Rückseite“ fotogen und würdig präsentieren kann. Zusätzliche Attraktivität erfährt der Platz durch die Außenbewirtschaftung der Gaststätte. 
Ansprechpartnerinnen für die Farb- und Fassadengestaltung sind Stadtplanerin Carolin Schmidt und Architektin Doris Gölz. Seit 2005 bietet die Stadt Bensheim eine Beratung für Immobilien in der Innenstadt, entlang der B3 in Auerbach sowie für Einzelkulturdenkmäler im ganzen Stadtgebiet an. Insgesamt wurden bisher 233 Fassadenberatungen vorgenommen. Wird ein Vorschlag umgesetzt, fördert ihn die Stadt mit bis zu 1500 Euro für eine Immobilie in der Innenstadt oder entlang der B3 in Auerbach sowie mit bis zu 800 Euro bei einem Einzelkulturdenkmal außerhalb der Innenstadt bzw. des Satzungsgebietes. Für Erste Stadträtin Nicole Rauber-Jung ist die Beratungsleistung ein wichtiger Baustein dabei, um das Stadtbild zu prägen: „Es geht immer darum, das Erscheinungsbild des Gebäudes stimmig zu seiner Umgebung zu verbessern“, sagt die Baustadträtin.
 
Frischzellenkur für die Stadtmühle. Die Fassade wurde im Jahr 2017 deutlich aufgewertet – mit neuer Farbe und dem Entfernen von Bewuchs. Bilder: Stadt Bensheim
Frischzellenkur für die Stadtmühle. Die Fassade wurde im Jahr 2017 deutlich aufgewertet – mit neuer Farbe und dem Entfernen von Bewuchs. Bilder: Stadt Bensheim
 
„Wir versuchen grundsätzlich, individuelle Farb- und Gestaltungswünsche der Eigentümer zu berücksichtigen. Alle Konzepte werden gemeinsam entwickelt. Es geht um Anregungen und nicht um Vorgaben“, sagt Architektin Doris Gölz, die gemeinsam mit Stadtplanerin Carolin Schmidt (Team Stadtplanung, Mobilität und Demographie) die Beratungen durchführt. Dabei wird im Bereich der Innenstadt zunächst einmal die Gestaltungssatzung zugrunde gelegt.

„Eine passende Außendarstellung ist wichtig für unser Stadtbild.“

Der Eigentümer des denkmalgeschützten Gebäudes in der Darmstädter Straße 120 war von der Arbeit des Denkmalschutzes, der Stadtplanung und des Architektenbüros sehr angetan. „Wir finden, dass es ein richtiges Schmuckstück geworden ist“, bedankt sich Steffen Reisacher für die Unterstützung. Das rosa Haus ist jetzt nicht mehr rosa: Entstanden ist ein Kulturdenkmal, das zu neuem Leben erwacht ist. „Co-Working im Kulturdenkmal – ein Paradebeispiel, wie neue Technologien und ehrwürdige Bausubstanz vereinbar sind“, bringt es Steffen Reisacher auf den Punkt.
 
Welcher Farbton soll es sein? Die Stadt Bensheim hilft und berät Eigentümer bei der Auswahl.
Welcher Farbton soll es sein? Die Stadt Bensheim hilft und berät Eigentümer bei der Auswahl.
Die Vorstellungen und Wünsche der Eigentümer werden immer aufgenommen und zu einem gemeinsamen Konzept für die Neugestaltung der Außenfassade weiterentwickelt. Vor Ort finden mehrere Beratungsgespräche statt. Für Stadtplanerin Carolin Schmidt entfaltet die Fassadenberatung auch eine unbewusste Wirkung: „Der Beobachter nimmt eher unterschwellig wahr, dass sich die Gebäude zu einem harmonischen Gesamtbild fügen“, sagt Schmidt.
 

Bei denkmalgeschützten Objekten wird die Untere Denkmalschutzbehörde des Kreises Bergstraße einbezogen. Architektin Angela Exo vom Denkmalschutz sieht das Engagement der Stadt sehr positiv: „Die so beratene Bauherrschaft dient als Multiplikator und erzeugt somit Synergien, was sich seit Beginn der Fassadenberatungen, in der Summe der instandgesetzten Fassaden, im gesamten Stadtbild positiv bemerkbar macht“, sagt sie. Die Behörde wird regelmäßig in die Maßnahmen eingebunden. Hauseigentümer profitieren von der Fassadenberatung gleich doppelt: Neben dem Zuschuss gibt es die Beratung kostenlos. Die Stadt tritt als Dienstleister und Koordinierungspartner für Besitzer, Architekten und Fachfirmen auf und vermittelt Kontakte zu anderen Behörden und Ansprechpartnern.
 
Das Gebäude Darmstädter Straße 120 steht unter Denkmalschutz. Durch die hellere Farbgebung – anstelle von Rosa – kommen Fachwerk und Sandsteinoptik rund um die Fenster noch besser zur Geltung. Bilder: Stadt Bensheim
Das Gebäude Darmstädter Straße 120 steht unter Denkmalschutz. Durch die hellere Farbgebung – anstelle von Rosa – kommen Fachwerk und Sandsteinoptik rund um die Fenster noch besser zur Geltung. Bilder: Stadt Bensheim
 
„Eine professionelle und passende Außendarstellung ist wichtig für unser Stadtbild, daher bin ich froh und dankbar, dass wir schon seit über 15 Jahren die Fassadenberatung anbieten“, sagt Baustadträtin Nicole Rauber-Jung, „denn so werden die charakteristischen Merkmale jedes einzelnen Gebäudes herausgearbeitet und auch ein Bezug zur umgebenden Bebauung hergestellt.“

Wie läuft eine Fassadenberatung ab? Ansprechpartnerin für die Vereinbarung von Beratungsterminen ist Carolin Schmidt (Telefon 06251/14-295). Mit einem Ortstermin gemeinsam mit Architektin Doris Gölz fängt alles an. Bei denkmalgeschützten Objekten ist Angela Exo von der Unteren Denkmalschutzbehörde Heppenheim mit im Boot. Die Eigentümer bringen ihre Wünsche bezüglich Gestaltung und Farbe ein. Anhand von Fassadenzeichnungen mit unterschiedlichen Farbvarianten werden die verschiedenen Möglichkeiten veranschaulicht. Gemeinsam wird dann vor Ort die Farbauswahl getroffen, die EigentümerInnen beauftragen dann einen Malerbetrieb.

Im Rahmen eines weiteren Ortstermins werden die Farben vor Ort bemustert und anschließend wird die endgültige Auswahl getroffen. Bei Einzelkulturdenkmälern und Ensembleschutz werden daraufhin die Unterlagen für eine denkmalrechtliche Genehmigung durch das Architekturbüro von Doris Gölz erstellt und eingereicht. Nach Abschluss der Malerarbeiten reichen die Eigentümer die Handwerkerrechnung bei der Stadt Bensheim ein und erhalten bei Umsetzung der ausgewählten und genehmigten Farbvariante in Abhängigkeit von der investierten Summe eine Förderung. Matthias Schaider
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